Zur Kenntniss der Atropa‐Alkaloïde

Justus Liebigs Annalen der Chemie
1893.0

Abstract

Meine Untersuchungen der Belladonnawurzel ergaben, dass dieselbe bisweilen nur Hyoscyamin enthält, sehr häufig aber auch kleine Mengen von Atropin und hin und wieder ein neues Alkaloïd, das Atropamin1). Ueberdies fand Schütte2) in dieser Wurzel noch sehr kleine Mengen Hyoscin. Bezüglich des Atropamins 1) Diese Annalen 261, 87. 2) Archiv der Pharmaeie 230, 709. behauptete freilich Merck3), dass dasselbe mit dem früher von Pesci4) dargestellten Apoatropin identisch sei. Gleichwohl stimmen die betreffenden Angaben von Pesci nicht ganz zu den Eigenschaften, welche das Atropamin zeigt, was ich auch in einer Replik5) zu Merck's Mittheilung hervorgehoben habe. Inzwischen ist es aber Merck6) gelungen, sein Apoatropin in derselben Weise in Belladonnin überzuführen, wie ich vom Atropamin zeigte, wodurch die Frage der Identität beider Alkaloïde ihrer Lösung bedeutend näher gerückt wurde. Der Hauptunterschied beider Basen würde daher nur noch darin bestehen, dass das Apoatropin sich mit Ammoniak intensiv violett färbt, krystallisirbar ist und bei der Spaltung Tropin liefert, während das Atropamin mit Ammoniak keine Färbung zeigt, keine Krystalle bildet und bei der Spaltung nach vorheriger Umwandlung in Belladonnin kein Tropin giebt. Da nun aber Merling7) und Merck bei der Spaltung des Belladonnins ebenfalls Tropin erhielten, so sah ich mich durch diese Widersprüche veranlasst, nachträglich das Apoatropin darzustellen und weiter zu untersuchen. Ueber das Resultat dieser Versuche erlaube ich mir nun, in Folgendem näher zu berichten.

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